Theorie der Persönlichkeit-System-Interaktionen (PSI-Theorie)

Interaktionen

Die PSI (Kuhl, 2010) zeichnet sich durch die Berücksichtigung von Interaktionen zwischen vier Makrosystemen innerhalb der Persönlichkeit eines Menschen aus. Dies eröffnet die Beschreibung von Persönlichkeitsakzentuierung bis hin zur Störung als aktuelles Ergebnis interaktioneller Prozesse unter Berücksichtigung der (einseitigen) Bevorzugung einzelner (oder mehrerer) Systeme zum Beispiel im STAR-Modell (Kuhl, 2000b, 2010). Erstreaktionen sind in der PSI die Verhaltensweisen, die unmittelbar und schnell auf erlebte Situations-Reiz-Konstellationen erfolgen (Kuhl, 2000a). Zweitreaktionen sind veränderbar und lernbar und ermöglichen eine „Überformung“ der weitgehend überdauernden stabilen Erstreaktionen (Kuhl, 2000a). Die Faktoren Selbstwirksamkeitserwartung und die Bildung selbstkongruenter Ziele werden innerhalb der PSI thematisiert. Die sich aus der PSI ergebenden klassifikatorischen Begriffe Handlungs- und Lageorientierung eröffnen ein Verständnis dafür, warum Menschen manchmal wie gelähmt unfähig sind, zu handeln (Lageorientierung) oder vor lauter Tun nicht so genau ihren langfristigen Absichten folgen (Handlungsorientierung).